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Schmerzmanagement

Der heutige Tag begann mit der Entfernung des PDK - das Ganze war völlig unspektakulär und eine Sedierung wäre tatsächlich unnötig gewesen. Henri beschwerte sich erst einmal, als die Ärztin das Pflaster über dem Katheter  entfernte. Vom Ziehen des schmalen Schläuchleins bekam er - konzentriert auf das lästige Pflaster - gar nichts mit.

Statt der Schmerzpumpe bekommt Henri nun zweimal am Tag ein Opioid  - Oxigesic retard 5 mg - und bei besonderen Schmerzen kann er - als Ersatz für den wohltuenden Bolus Oxygesic akut 5mg akut bekommen. Der Beipackzettel ist keine schöne Lektüre - jedoch gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine Alternative. Da die Schmerzen jeden Tag weniger werden, hoffe ich, dass dieses Mittel bald reduziert bzw. abgesetzt werden kann und wir uns auf Novalgin und Paracetamol beschränken können. Beides hat Henri aktuell zusätzlich zu Oxygesic jeweils zweimal täglich auf dem Plan. 

 

Kaum war die Schmerzpumpe draußen, kam Henri in eine regelrechte Hochstimmung und war nur noch am Strahlen. Zunächst dachte ich, dass es sich um erste Nebenwirkungen des Oxygesic handelt, jedoch bekam er die erste Gabe erst später. Vermutlich hat er es einfach nur genossen, dass er nun wieder einen Zugang weniger hat und damit seinem Zuhause ein Stück näher kommt.

 

 

22. Januar 2019

Zum ersten Mal isst Henri ohne Hilfe - er strahlt und verlangt sogar einen Apfel.  Als wir unseren Gang durch die Klinik starten ist er guter Dinge und vor dem Leuchtturm im UG scheint er ganz der Alte zu sein.

 

 

Leider bekam er nach dem Mittagessen noch einmal eine arge Schmerzattacke, die ich schon mindestens eine halbe Stunde vorher kommen gefühlte hatte. Henri war irgendwie verhalten und wirkte gedrückt und ich fragte ihn immer wieder, ob ihm übel sei, er Schmerzen oder vielleicht Heimweh habe. Irgendwann war es dann aber doch mit der Beherrschung vorbei und er begann laut zu weinen und sich über Schmerzen im Bauch und am Rücken zu beklagen. Noch ist mir nicht klar, warum er nicht schon viel früher zugegeben hat, dass  die Schmerzen wieder wieder kommen. Wollte  er stark und tapfer wirken oder fürchtete er, länger im Krankenhaus bleiben zu müssen? Ich weiß es (noch) nicht.

Das Akutmittel zeigt nach zehn Minuten erste Wirkung. Eine Stunde später ging es Henri wieder richtig gut und er wollte mit mir "spazieren gehen". Wir waren dann wieder im Haus unterwegs und sind Treppen gelaufen.

Zurück im Zimmer hat er sich ganz arg über eine WhatsApp-Sprachnachricht von den Kindern seiner Klasse gefreut - er hat so gestrahlt. Mit Sprachnachrichten um Videobotschaften kann man ihm wirklich die allergrößte Freude machen. 

 

22. Januar 2019

Was für eine Freude beim Hören der Sprachnachricht seiner Klasse!

 

Heute Abend durfte ich Henri in den Schlaf singen - er hat es genossen wie vor vielen Jahren bei den ersten Herz-OPs. Selbst seine Finger haben dabei die gleichen Bewegungen (Mama und Good - ihr wisst, was ich meine :-)?) gemacht.

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Kommentare: 2
  • #1

    Sarah (Mittwoch, 23 Januar 2019 08:03)

    Wie schön, dass es Henri von Tag zu Tag immer besser geht und mit der OP alles so reibungslos geklappt hat!

    Fühlt er sich denn eigentlich wohl in seiner neuen Schule bzw. Klasse? Ihr habt euch ja viele Gedanken gemacht, ob der Schulwechsel der richtige Schritt ist. Sprachnachricht aus der Klasse klingt auf jeden Fall schonmal positiv!

  • #2

    Oma und Opa (Mittwoch, 23 Januar 2019 11:21)

    Wir freuen uns riesig mit euch - nach all dem
    Bangen.