Schnitt.II

Auf den Tag einen Monat ist mein letzter Eintrag schon her - Ruhe ist nicht gerade eingekehrt, aber ein Stück weit mehr Akzeptanz meines Alltags, für den ich mich Woche für Woche, Tag für Tag - aus gutem Grund - immer wieder neu entscheide. Natürlich gibt es äußere Zwänge, die einen Rahmen vorgeben, der für sich allein genommen schon kaum Langeweile aufkommen ließe - den speziellen Druck erzeugen jedoch die Extras ... von denen ich ehrlicherweise sagen muss, dass sie mir nicht aufgedrückt werden. 

Henris Schwellung war schon am Tag nachdem wir bei Dr. S. waren, weniger und hat sich dann im Laufe der kommenden Tage ganz verloren - "einfach" aufgelöst - erlöst waren wir. 

Und dann war da Anfang April noch so ein kleines Wunder - zumindest ist mir etwas bis dahin Unerklärliches geschehen. Schon seit Jahren ist die Beweglichkeit meines rechten Armes stark eingeschränkt - Grund soll eine Arthrose im Schultergelenk sein. Schmerzfrei war ich bisher nur, wenn ich eine dieser hochwirksamen Spritzen bekommen habe - leider nur für eine gewisse Zeit. Schon seit langem verzichte ich völlig auf diese Spritzen - hatte mir zum Ziel gesetzt, diese Bewegungseinschränkung und den damit verbundenen Schmerz als "zu mir und meiner Situation gehörig" zu betrachten ;-)  Nun bin ich vor drei Wochen einmal wieder zu einem dieser Gespräche gewesen, bei denen es bisher nie um derlei Beschwerden gegangen war. An dem Tag war ich ein bisschen neugierig und wollte wissen, ob mein Berater nicht vielleicht auch meiner Schulter etwas Gutes tun könne. Und habe wohl ungläubig geschaut, als er ohne Zögern bejahte. Jedoch habe ich Das kann ja gar nicht sein und schon gar nicht ohne Berührung  einfach mal zurückgestellt. Ich will es nicht so spannend machen - auch wenn es für mich ganz sicher das wundersamste und berührendste Ereignis des letzten Jahres war: Ich kann meinen Arm jetzt wieder richtig heben - konnte es bereits, als ich die Praxis verlassen hatte, wollte es nur nicht glauben ... habe dann die ganze Zeit im Auto immer wieder den Arm gehoben und gesenkt und zu Hause weitergemacht bis Amelie meinte, ich solle es nicht übertreiben und den Arm nicht die ganze Zeit belasten :-) Es gibt nun noch eine Stellung, die schmerzt - im Alltag ist diese Position jedoch nicht von Bedeutung. 

Und noch etwas hat die letzten Wochen geprägt - ein (längst überfälliger) Schritt oder auch Schnitt. Die Einsicht, dass alle empfohlene Abhärtung,  das warme Anziehen und viele andere Maßnahmen  gegen die Wirkung des eisigen Windes, der mir seit Jahrzehnten immer aus derselben Richtung entgegen bläst, unwirksam war. Viel zu lange habe ich in der Hoffnung gelebt, dass er sich doch irgendwann einmal legen muss - obwohl ich doch immer wieder eines Besseren belehrt worden bin. Was habe ich nicht alles versucht, mich machmal erfolgreich gewähnt bis der nächste Sturm aufzog und mich schier umwarf ... zuletzt vor 2 Wochen und mit voller Wucht. Meine Liebsten haben mir geholfen, mich aufzurichten und mir den Rücken gestärkt - dafür bin ich dankbar. Nachdem das Prinzip der systematischen Desensibilisierung also ganz offensichtlich gescheitert ist, ist fortan rechtzeitiger Rückzug in windstille Gebiete der Weg der Wahl.

26.März 2016

Wanderung am "Ostersamstag" auf den Höhen der benachbarten Pfalz - der Wind bläst, aber an windgeschützten Stellen kann man die Sonne genießen. 

 

 

27. März 2016 - Ostersonntag

Beim Osterfrühstück endlich wieder "alle zusammen" (O-Ton Henri :-) Am Mittag sind wir dann wieder zum traditionellen Pizzaessen (nur echt aus dem Steinbackofen ;-) bei Oma und Opa in Kirrberg - die Großen sorgen mit ihren Inspirationen und Kommentaren immer wieder für Heiterkeit.

 

 

10. April 2016

Wieder einmal Fasanerie: Dieses Mal mit Großfamilie und zwei Hunden - ein herrlicher Tag mit viel Sonne und Lachen. Und beim nächsten Mal wird sicher auch wieder mein Bruder dabei sein. Schön war's mit euch!

 

 

14. April 2016

Alltag nach der Schule und zu Hause: Seit Juri bei uns ist, gehen wir nach der Schule öfter in den benachbarten Blumengarten - das Foto oben links hat sich Henri gewünscht, nachdem er voller Begeisterung die vielen neuen Blüten entdeckt hatte. Auch Amelies Freundinnen gehen immer wieder gerne mit und veranstalten lustige Spiele mit Juri - so eine lustige Truppe sind sie miteinander, Gold wert für unsere Kinder :-) Zu Hause ist dann - zwischen zwei Fahnensteh-Durchgängen- meist Lernen angesagt. Zurzeit verwenden wir vor allem Materialen aus dem Bereich "Deutsch als Zweitsprache". Sie sind ideal für Henri - man kann damit Basisvokabular, immer wieder gebrauchte Standardsätze und auch ganz lebensnahe Dialoge üben. Was ich vor allem schätze: Es gibt weder schwierige Adjektive noch um die Ecke gedachte Zusammenhänge (die sich Henri wohl nie erschließen werden). Ich  habe bisher auch noch keinen einzigen dieser hintersinnigen Witz entdeckt, wie sie (vermutlich um den Lehrwerken einen modernen  Anstrich zu verleihen) in normalen Lehrwerken mittlerweile Regel sind  ... Als Eltern durchschnittlich begabter Kinder fällt einem das nur nicht auf :-o. Wie oft waren wir auf der Suche nach henrigegerechten Lesestoff schon in Buchläden und der örtlichen Bücherei unterwegs. Es gibt kaum Bücher, die das ganz normale Umfeld und tatsächliche Erleben ganz praktisch wiedergeben - ganz direkt und ohne Metaebene. Seit ich die DaZ-Materialien entdeckt habe, schreibe ich nicht mehr so oft eigene Geschichtchen. auf Natürlich habe ich das Schreiben nicht ganz eingestellt: Wenn Henri einen Text zu einem bestimmten Thema haben möchte, mache ich das gerne, denn es fördert seine Motivation. wenn er sich in dem, was er liest, wiederfinden kann. Beliebt und immer aktuell sind Henri und die Fahne und natürlich Infusionsstangen- und Krankenhaustexte in allen Varianten 

 

 

25. April 2016

Gestern war Frank-Tag :-) Trotz zeitweiligem Hagel, der uns zwischen sonnigen Momenten immer wieder erwischt hat, sind wir mit Henris Paten und Familie durchs Wiesental gewandert. Die gemeinsame Zeit war wie immer sehr kurzweilig und richtig, richtig nett - danke, Frank und Elke für euer Kommen... und Franks (mindestens) saarlandbesten Käsekuchen, dieses Mal sogar blind gebacken, damit der Käse auch ohne Weiteres vom glutenhaltigen Boden getrennt und Henri serviert werden kann. Drei Stück hat er gefuttert (und auch wir anderen haben uns nicht gerade zurückgehalten ;-) Zum Schluss gab es dann noch die Kinder aus Bullerbü - ein wunderschöner Nachmittag, der nach baldiger Wiederholung ruft. 

 

26. April 2016 - auf Klassenfahrt im Dahner Felsenland

Es hat schon seinen Grund, dass ich genau heute zum Schreiben komme: Henri und Amelie sind für drei Tage auf Klassenfahrt, für Amelie ist es der erste gemeinsame Ausflug mit der Klasse. Henri ist da schon etwas erfahrener, aber es ist seine erste Klassenfahrt an der Waldorfschule und natürlich die erste gemeinsame mit seiner großen kleinen Schwester.  Neben Integrationshelferin Angela ist auch Dirk als Betreuer vor Ort. Die ersten Berichte waren sehr positiv ... ein Glück, dass Henris ich will nicht mehr immer erst kurz vor Ende der beiden heutigen Wanderungen kam ;-) Habt weiterhin viel Spaß zwischen den Felsen und morgen im Schwimmbad. Wer die Kinder so gut versorgt weiß, kann die freie Zeit zu Hause richtig genießen ☀️.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Gabriela (Freitag, 29 April 2016 19:16)

    Liebe Doris, muss ich dein Bedürfnis nach Windstille persönlich nehmen? ;)
    Danke für diesen ausführlichen und persönlichen Bericht. Ich habe ihn erst jetzt gefunden, nachdem ich dir auf fb geschrieben hatte, so seltsam berührt in dem Moment. Nun bin ich aber beruhigt und freue mich für dich, dass du "Berater" in deiner Nähe hast, welche so heilsam begleiten.
    Meiner hört Mitte Jahr auf zu praktizieren. Kannst du dir vorstellen, wie sich das anfühlt?

    Ich schicke dir liebe Grüsse und vermute, dass ihr gerade dabei seid, euch wieder zusammenzufinden.
    Gabriela

  • #2

    henri-mittendrin (Samstag, 30 April 2016 15:46)

    Liebe Gabriela, nimm das Bedürfnis nach Windstille nicht persönlich - bei euch weht ein ganz und gar anderer Wind ;-)
    Wenn dein "Berater" Mitte des Jahres aufhört zu praktizieren, siehst du dich am besten schon jetzt nach Alternativen um. Es ist doch beruhigend, zu wissen, für den Bedarfsfall eine Nummer parat zu haben. Liebe Grüße in eure schöne Gegend - was mag es im kommenden Sommer für einen Grund geben, auf der Heimfahrt einen Schlenker über die Schweiz zu machen?

  • #3

    Gabriela (Samstag, 30 April 2016 15:57)

    Wenn wir nicht Grund genug sind, dann erfinden wir einen neuen! Musst dich einfach warm genug anziehen! ;)
    Ich habe übrigens gestern beim zweiten Durchlesen die meteorologischen Zusammenhänge besser verstanden als beim ersten Lesen, glaube ich.

Neues aus dem BLOG: