Vom hohen Himmel 

Vom hohen Himmel ein leuchtendes Schweigen erfüllt die Herzen mit Seligkeit...

Die dritte Strophe eines unserer liebsten Adventslieder beschreibt die Stimmung der letzten Wochen. Da gibt es etwas, das in Henri und uns ganz wundersam wirkt - nie habe ich ihn so ausgeglichen und zufrieden erlebt. Die Fotos unten geben seine Stimmung gut wieder - so ist er tatsächlich ;-) und es ist ein Geschenk, Tag für Tag an seiner Freude und dem tiefen Strahlen  teilhaben zu können - zum Beispiel, wenn ich ihn von der Schule abhole und er mich anstrahlt ... wenn er in der Schulküche sein Tablett voller Stolz, neuerdings ganz alleine, zur Essensausgabe und dann zum Tisch trägt ... wenn er  mich morgens mit einem freundlichen guten Morgen begrüßt ... wenn er sich abends nach dem Beten selig zur Seite dreht und schlaf gut sagt. Gestern hat mich sogar das Rübchen auf Henris frohes Gemüt angesprochen. Der Henri, der ist immer so glücklich, sagte sie nachdenklich, nachdem sie erlebt hatte, wie sehr ihr großer kleiner Bruder strahlte und in in die Hände klatschte, nachdem ich ihm gesagt hatte, dass seine Lieblingsjacke zwar gerade noch am Trockenen ist, er sie aber am nächsten Tag wieder tragen kann. Sie erzählte mir, dass sie sich freut, wenn ihr jemand Geld schenkt, damit sie sich etwas Schönes kaufen kann und stellte gleichzeitig fest, dass Henri sich niemals über Geld freuen würde ... was sie natürlich vollkommen richtig beobachtet hat. Er hat eben andere Freuden... seit Wochen fragt er , wie lange es noch dauert, bis wir in den Schwarzwald fahren und fast immer entgegnet er auf meine Antwort Ich freu mich schon... 

Freude über Freude... das steckt an. Die letzten Tage sind seine Gedanken ganz beim Nikolaus - er hatte schon immer eine  besondere Verbindung, aber dieses Jahr spricht er so oft und innig vom Heiligen Nikolaus wie nie zuvor. Gestern ist Marie aus Tübingen gekommen und morgen werden wir den Nikolausabend alle zusammen (einer seiner Lieblingswendungen) verbringen. Besser geht eigentlich nicht - mit einer Einschränkung: Henri wünscht sich dieses Jahr, dass der Nikolaus zu uns ins Haus kommt und nicht nur die Säckchen füllt und vor der Tür abstellt. Dass wir ihm diese Bitte nicht erfüllen können, findet er unfair. Vielleicht hat nun jemand die Idee, man könne ja einen verkleideten "Weihnachtsmann" im roten Mantel  hereinbitten - einen solchen würde Henri jedoch nie und nimmer akzeptieren. Er hat vom Heiligen Nikolaus eine sehr bestimmte Vorstellung, geprägt von einem Bild, das ihn schon seit Kleinkindzeiten begleitet. Für Henri gibt es nur diesen einen - und irgendwie hat er mit seiner Vorstellung (dass es nur einen geben kann) ja auch nicht ganz unrecht. 

1. November 2015 - Herbstspaziergang mit Henris Paten - was für einen schönen Herbst hatten wir dieses Jahr!

5. November 2015

Wieder einer dieser leuchtenden Herbsttage - der Blumengarten liegt direkt neben der Schule und war an diesem Tag nach der Schule einfach Pflicht. 

29. November 2015 

Erster Advent im kleinen Kreis - Elias hat bei Oma geschlafen und auf Maries Besuch müssen wir leider noch eine Woche warten. 

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Kommentare: 3
  • #1

    Gabriela (Samstag, 05 Dezember 2015 10:15)

    Wie berührend und wundersam, dieses Post zu lesen. Danke. Ich freue mich sehr für dieses Strahlen, welches in euch und durch euch lebt und spürbar ist. Seid von Herzen gegrüsst.
    Vor zwei Jahren sass ich um diese Zeit im Zug in eure Richtung, zwischen den Füssen den kleinen Lindenbaum... Heute feiern wir "alle zusammen", bloss dass dieses Wort für mich noch immer eine grosse Herausforderung darstellt.
    Alles Liebe, Gabriela

  • #2

    henri-mittendrin (Sonntag, 06 Dezember 2015 22:56)

    Liebe Gabriela, danke für dein liebevolles Anteilnehmen und Begleiten! Dass "alle zusammen" -in mancherlei Hinsicht- auch eine Herausforderung sein kann, habe ich selbst schon erfahren, wenn auch in anderen Zusammenhang als du und ihr. Mir war damals der Hinweis auf den großen Einfluss der "Vorstellung" (wie etwas sein soll) auf das Erleben sehr hilfreich - und heute Abend - bei unserer "Nikolausfeier" habe ich mich wieder daran erinnert. Um es mit Modalverben auszudrücken: Weniger "müssen" und "sollen" und immer mehr "dürfen" und "können" ist mir eine große Erleichterung, die ich gerade erst zu entdecken beginne. Die Mirjam-Linde wird weiterhin mit viel Herz und Licht im Laternchen umsorgt. Danke, dass du vor zwei Jahren den weiten Weg auf dich genommen hast. Alles Liebe dir und euch allen - ich bin voll Zuversicht, dass wir bald wieder von dir lesen werden ... irgendwo...?

  • #3

    Gabriela (Mittwoch, 09 Dezember 2015 20:42)

    Liebe Doris,
    deine Zuversicht rührt mich. Ich weiss noch von nichts, heute in der Sprechstunde habe ich über das Thema zum ersten mal gesprochen und nicht nur geschrieben, über diesen plötzlichen Imperativ und den Mut, den es braucht, um die Ungewissheit auszuhalten. Ich habe wirklich selber noch keine Ahnung davon, wofür hier Platz geschaffen wird, ich kann nur üben zu vertrauen, dass es sich lohnt, die Fragen zu lieben und eines Tages hineinzuwachsen in die Antwort.
    Deine Modalverben-Sichtweise versuche ich beim Blick auf die bevorstehenden Weihnachtstage zu berücksichtigen. Es fällt mir alles andere als leicht, das kann ich dir sagen.

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