Achtsamkeit

Eigentlich mag ich ihn gar nicht - diesen Begriff, der seit einiger Zeit nicht nur allein, sondern in den unterschiedlichsten Wortkombinationen vorkommt. Gibt man ihn bei google ein, bekommt man schon an dritter Stelle den Link zur Achtsamkeit App für Iphone... Aktuell kann ich mich in dem Begriff jedoch wiederfinden - meine Achtsamkeit Henri gegenüber hat gerade ein deutlich höheres Niveau als noch vor einer Woche ... 

Einige haben gefragt, wie es Henri jetzt geht und deshalb berichte ich euch heute, wie es nach dem notfallmäßigen Klinikaufenthalt weiterging. Am Nachmittag des zweiten Kliniktages sind wir entlassen worden - ohne Befund, der Henris Zustand hätte erklären können. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass es tatsächlich mit dem heißen Wetter und der damit verbunden Kreislaufbelastung zusammenhing - als ich mit Henri in die Klinik gefahren bin, war mir dieser Aspekt nicht bewusst... Im Rückspiegel habe ich nur das Herzkind gesehen. 

Die ersten Stunden zu Hause hat Henri sehr genossen - zwar war es wieder sehr heiß, aber er durfte sich zusammen mit seiner Downie-Schulfreundin unter dem "Rasensprenger" (erst seit heute weiß ich, dass dieser Begriff NICHT umgangssprachlich ist ;-) nach Herzenslust abkühlen. Während wir am Abend noch unter der Hitze litten, sagte Henri auf einmal, ihm sei kalt. Er verlangte nach einer Wärmflasche und wollte, dass wir den Ofen einschalten. Er hatte schon in dem klimatisierten Klinikzimmer immer nach einer Heizung (!) gefragt und sich dort wohl erkältet. Fieber kann ich bei Henri gar nicht gut aushalten - als das Thermometer 38,6 ° C anzeigte, bekam er Ibuprofen ... und war am nächsten Morgen wieder vergnügt ... "Besser!" war sein erstes Wort :-)

Henri hat bei den Gesprächen in der Klinik offenbar gut aufgepasst und ist seitdem, was das Trinken betrifft, plötzlich so kooperativ wie nie. Gleich am ersten Morgen nahm er 1500 ml Flüssigkeit in Form von dünner Saftschorle zu sich. Seitdem trinkt er ganz brav auch weiterhin (fast) jedes Glas, das ich ihm hinstelle und ich bin heilfroh, dass es nun kein Kraftakt mehr ist, ihn zum Trinken zu bewegen. Gestern waren wir mit ihm auf Abschluss-Klassenfahrt - unter anderem auch im (keine Übertreibung!) heißesten Ort des Saarlandes. Alle hatten mit der Hitze zu kämpfen - Henri war ruhiger und blasser als sonst, aber es war gut, dass wir an dieser Abschlussfahrt teilgenommen haben. Immerhin war es für Henri der letzte Ausflug mit der Montessorischule und der Abschied fällt uns - trotz der Perspektive auf die Waldorfschule - nicht leicht. Das Schönste für Henri war der Abschluss an einem Stausee ... viel interessanter als Besichtigungen, Führungen und Vorträge ;-)

Heute war nun der erste, nicht mehr so heiße Tag und es ging ihm wieder viel besser. Ich kann also erst einmal Entwarnung geben - die Achtsamkeitsstufe wird aber wohl erst einmal beibehalten ... ob ich will oder nicht. 

 - Auf Henris Montessori-Abschlussfahrt durch das Saarland -

Unsere Kleinen sahen die Saarschleife zum ersten Mal. Ich selbst war zuletzt in der vierten Klasse dort - auch im Rahmen der Abschlussfahrt :-)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0