Pause!

Pause! möchte ich manchmal laut rufen ... ohne dass ich mir dessen bewusst wäre, kommt mir dieses kleine Wort die Woche über immer wieder über die Lippen. Bringen, Abholen, Hausaufgaben begleiten, Lesen, Schreiben, Rechnen und Klavier üben, Motivieren, Trösten, bei Laune halten, Elternabende, Haushalt gibt's auch noch... das Rad scheint sich immer schneller zu drehen und Aussteigen geht nicht ... dagegen sind die Stunden, während denen ich gegen Bezahlung arbeite, schon fast Entspannung... nein, nicht fast... sie sind es. Die begrenzten Zeiten, wo ich mich auf eine einzige Sache konzentrieren darf, sind mir eine innere Kraftquelle. Daneben gibt es noch unsere sonntäglichen Wanderungen ... auf die ich mich die ganze Woche über freue und die sich durch nichts ersetzen lassen - auch nicht durch  Familienunterhaltungs- oder Kinderbelustigungsveranstaltungen und was einem als Familie mit Kindern sonst noch alles geboten wird. Das Beste dabei: Im Wald, auf den Wiesen, zwischen den Feldern (Hauptsache draußen!), sind auch die Kinder zufrieden und so haben die ausgedehnten Spaziergänge und Wanderungen mittlerweile fast die Qualität eines kleinen Kurzurlaubs. Mit Fotos der letzten Sonntage will ich den Wiedereinstieg in den Blog versuchen.   

5. Oktober  2014

 

Heute führt uns unsere Sonntagswanderung durch den Wald ins Wiesental, wo wir nicht nur große Pilze bestaunen. Amelie hat immer Ideen, was man spielen oder aufsagen könnte. Für Dirk und mich ist es ein Glück, dass unsere "Kleinen" immer gerne mit uns gehen - oft sogar der "große"  Elias, auch wenn er wie wir auf die Begleitung der (rein altersbezogen ;-) noch größeren Schwester erst einmal verzichten muss. Während wir über die Wiesen und durch den Wald ziehen, verbringt Marie die Wochenenden meist am Strand und in den Straßen von Nizza. 

8. Oktober 2014

 

Henri verlangt sich sehr bestimmt ein großes Blatt und die Buntstifte. Malen gehört eigentlich nicht zu seinen allerliebsten Beschäftigungen und deshalb bin ich gespannt, als er mit dem Blatt zu mir kommt und zu sprechen beginnt "Für ... "  Vorschnell freue ich mich über das nette Geschenk ... "Für mich? Das ist aber lieb!"... Aber Henri stellt richtig: "Nein, für Marie!" Auf der Rückseite hat er sich eine Art Time map gemacht, um einschätzen zu können, wie lange es noch dauern wird, bis Marie mit uns im Schwarzwald die Weihnachtstage verbringen wird. Erst einmal kommt der November, dann Sankt Martin, dann der Dezember und dann auch schon der Schnee und mit ihm Marie. Er ist überglücklich mit seinem Schneemänner-Bild und strahlt, als ich es fotografiere und per WhatsApp direkt nach Levens schicke. Nicht nur Henri, wir alle vermissen Marie und freuen uns schon, sie auf dem Holzhof wiederzusehen. 

12. Oktober 2014

 

Wie so oft, verbringen wir den Sonntagnachmittag an der Fasanerie. Wenn wir nicht gerade ein Wettrennen oder ein Picknick veranstalten, bildet Henri mit seiner Fahne die Nachhut. Dass es seit Spanien nur noch die Deutschland-Fahne  und keine seiner zwanzig anderen (viel schöneren!) Fahnen sein darf, müssen wir hinnehmen. Amelie wechselt immer wieder zwischen Dirk und mir - sie nutzt die seltene Gelegenheit, einmal einen "ganz alleine für sich zu haben". 

Hier sind nur die beiden letzten Wettrennen des Tages zu sehen... strömender Regen kann Henri und Amelie nicht davon abhalten, sich noch einmal zu messen. Und weil rechts oben (nach Meinung des laut protestierenden Henri) das falsche Kind gewonnen hat, muss der Treppen-Wettlauf wiederholt werden. Bereitwillig geht Amelie noch einmal mit ihm hinunter und es gibt einen neuen "Auf-die-Plätze-fertig-los-Ruf" :-) Nicht immer ist Amelie so großzügig, aber dieses Mal lässt sie "dem richtigen Gewinner" den Vortritt. 

19. Oktober 2014 - die "Höcherbergwanderung"

 

Eigentlich sind wir meist auf den gleichen, wohlbekannten Wegen unterwegs, aber dieses Mal sollte es mal etwas Abwechslung geben ... Ich suche nach einem Wanderweg um unseren Wohnort und werde schnell fündig - 12 km müssten doch zu schaffen sein? Wir sind wohl zu spät losgegangen, jedenfalls beginnt es zu dämmern, als wir gerade mal die Hälfte der Wegstrecke geschafft hatten. Auf den exklusiven Liegebänken mit Fernblick können wir uns deshalb leider nicht so lange aufhalten, wie es uns gefallen hätte. 

 

In einer Lichtung sehen wir die Sonne untergehen - als wir wieder bewohntes Gebiet erreichten, ist es stockdunkel. Langsam werden die Kinder müde und ungeduldig und wir teilen uns auf. Dirk geht mit Elias und Amelie in zügigem Schritt voraus - Henri und ich folgen mit einem nicht zu knappen Abstand. Alle bekannten und weniger bekannten Sankt-Martins-Lieder aus dem Waldorfkindergarten singen wir  ... wieder und wieder... Bis Henri stehen bleibt und "Vollkornhaus" sagt... :-) 

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