Blick zurück: nach Spanien und in die Schweiz

Seit Henris Geburtstag am 28. August habe ich nicht geschrieben ... die letzten Urlaubstage waren - wie immer - die entspannendsten und der Abstand zu vielem, womit wir uns sonst beschäftigen, war so groß geworden, dass man wohl von Erholung sprechen darf ... was bei allen den Wunsch nach Wiederholung geweckt hat ... der sogar noch vor Ort realisiert werden konnte. Ballena Alegre - wir kommen wieder!  

Zunächst aber zu Henris zwölftem Geburtstag: In Henris ersten Lebensjahren ist es mir sehr schwergefallen, mir vorzustellen, wie es sein könnte, wenn er einmal nicht mehr Kleinkind ist. Es erschien mir gar vermessen, mir Gedanken über eine solch ferne Zukunft zu machen. Nun ist er zwölf und in einem Wandlungsprozess, der für ihn und auch für uns neue Aufgaben bereithält. Wenn ich nicht schon vor einem guten halben Jahr den Titel der Website von der-kleine-henri in henri-mittendrin geändert hätte ... spätestens jetzt wäre es an der Zeit.

So sehr hatte er sich auf diesen Tag gefreut! Wie jedes Jahr haben wir ihm am Bett "unsere" Geburtstagslieder gesungen. Schon am Tag zuvor hatte er sich immer wieder vergewissert, dass alle für ihn singen werden. Er war selig, den Geburtstagstisch so vorzufinden, wie er es sich gewünscht hatte... einzig die Geburtstagsschlange fehlte. Dafür war der Bungalow mit einer Girlande und vielen Luftballons geschmückt. Vor dem Geschenkeauspacken hatte er wie immer noch eine kleine Leseaufgabe zu erledigen: Amelie hat ihn beim Lesen der Karte unterstützt :-) Das größte Geschenk hatten wir zunächst noch zurückbehalten - nach dem Auspacken der kleinen Päckchen der Geschwister fragte er jedoch ganz direkt danach ... Kran? Wo? ;-) Die Freude war übergroß!

Nach einem ausgedehnten Geburtstagsfrühstück machten wir uns auf den Weg nach Ampuriabrava - trotz des gemächlichen Tempos war die Fahrt mit dem Solarboot für alle ein Erlebnis... ganz unabhängig vom Lebensalter ;-)

Oben rechts lassen wir uns von den Kindern durch die Kanäle Ampuriabravas fahren. Die anderen beiden Fotos sind bei einem Ausflug nach Cadaqés entstanden. Dort war es so heiß, dass es Henri immer in den Schatten zog. Er hatte die Pflicht zu trinken, trinken, trinken und mir ist mehr als einmal bewusst geworden, welch beruhigende Wirkung ein Herzschrittmacher haben kann. Immerhin war es im Laufe des letzten Jahres in solchen Situationen schon zweimal zu Synkopen gekommen und eine Wiederholung im ländlichen Cadaqués wäre wohl noch schwerwiegender als in der Heimat gewesen, wo wir im Notfall  in nur 10 Minuten in der  Kinderkardiologie sind. 

Brüder!

Die Heimreise - von Spanien über die Schweiz in die ländliche Heimat

Auch wenn wir eine gute (Familien-)zeit hatten, freute Henri sich auch sehr auf zu Hause. So wie er vor jedem Urlaub die Wochen und Tage bis zur Abreise zählt, tut er es umgekehrt auch, wenn er sich im Schwarzwald oder am Meer nach seinem  Zuhause sehnt. "Zuhause" - das sind für Henri vor allem seine "Höhle" und der Platz im Garten, an dem er immer mit seiner Fahne steht. Im Gegenatz zu uns allen war Henri noch bei keiner Heimreise traurig. Dieses Mal jedoch kam noch ein ganz besonderer Grund zur Freude hinzu ... die "neue Katze". Wir haben sie auf unserer Heimreise in der Nähe von Basel abgeholt, auch wenn die meisten unserer Bekannten sich gewundert haben, warum "es denn eine Katze aus der Schweiz sein muss".  Mio hat seine ersten Monate in einer Familie verbracht, der wir uns sehr verbunden fühlen. Mirjam, das siebte Kind, hatte wie Henri das Down-Syndrom. Nach weniger als zwei Jahren ist sie aus dieser Welt gegangen - ihre Mutter hält die Erinnerung an das geliebte Sünneli in einem sehr berührenden Blog wach. 

Bevor wir uns dann endgültig auf den Weg nach Hause machten, besuchten wir gemeinsam Mirjams Grab. Die Seifenblasen, die seit ein paar Monaten daneben gestanden hatten, schienen nur auf Henri gewartet zu haben. Er zauberte die schönsten Blasen, die zum Teil weit über die benachbarten Dächer stiegen.  

Mirjams Grab ist auf den kleinen Fotos im Hintergrund zu sehen. Die aufeinandergelegten Steine stammen von einem Platz in den Schweizer Bergen, wo die Familie mit ihren damals noch sieben Kindern Urlaub gemacht hat. Jedes Geschwisterkind hat einen Stein hinterlassen. Die weiße Kugel sollte in Erinnerung an das Sünneli eigentlich golden sein - dieser Wunsch der Familie ließ sich leider nicht mit der Friedhofsordnung vereinbaren. 

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