Nur eine der aktuellen Herausforderungen: Lösung eines Knotens

Als wir am Tag unserer Abreise - am Tag 10 nach OP - in der Klinik zum Fädenziehen in der Klinik waren, sagte der Operateur, dass möglicherweise noch ein kleines Reststück Faden, ein Fitzelchen, vorhanden sein könnte - dieses käme aber im Laufe der Zeit "von selbst" nach oben. Die Naht ist mittlerweile sehr schön zugeheilt: eine durchgängige und glatte Naht, wie ein Strich ... nur an einer kleinen Stelle ganz am Rand schien etwas zu stören. Heute - am Tag 17 nach  der OP -  war der Faden so deutlich zu sehen, dass ich das "kleine Fitzelchen"  mit der Pinzette entfernen wollte. Henri hatte ich schon im Vorhinein ( wie beim Pflasterwechsel) die Erlaubnis zum Schreien gegeben, was ihm das Procedere deutlich erleichterte, weil es ihm viel Druck nahm. Wir gingen also in den Bungalow, schlossen die Tür und Henri stellte sich aufs Schreien ein... Dirk assistierte und als erstes desinfizierten wir die Stelle sehr gründlich... Henri begann (erwartungsgemäß) schon zu schreien, als ich nicht einmal Kontakt mit der Naht hatte ... gleich darauf fing er laut zu lachen an... was für ein Kind!

Dann zog ich ein wenig mit der Pinzette und auf einmal war das "Fitzelchen" etwa zwei Millimeter lang ... nun müsste es doch geich raus sein...?  Weit gefehlt:  Als ich nach nochmaligen Desinfizieren ein zweites Mal zog, war der Faden auf einmal schon etwa 10 mm ... und dann kam  plötzlich ein Knoten (!) zum Vorschein, der nicht so aussah, als könne er sich "von selbst" lösen. Damit hatten wir nun gar gerechnet! Was tun??? Wir kamen überein, den Knoten mit der spitzesten aller verfügbaren Scheren aufzuschneiden und dann noch einmal leicht zu ziehen ... es gelang ... Henri hat nicht geschrien ...  der Knoten ist nun zwar raus ... aber dass ein (diesmal echtes!) Fitzelchen zurückgeblieben ist, ist wahrscheinlich ... zum Abschluss desinfizierten wir die Stelle noch einmal und behandelten prophylaktisch mit einem Lokalantibiotikum ... seit Henri bei uns ist, ist die Reiseapotheke überaus gut ausgestattet... immer alles dabei, na ja, fast.  Wir können uns kaum vorstellen, dass ein Faden in dieser Länge -  und schon gar nicht der Knoten - alleine den Weg an die Oberfläche geschafft hätte ... Alles Weitere ist Spekulation... Erst gestern hatte Henri das letzte Antibiotikum (wegen des Katzenangriffs) ... gut, dass ich den Rest nicht entsorgt hatte ...  heute Abend haben wir die Gabe fortgesetzt... damit nur ja nichts an der Naht passiert ... 

Ich bin mittlerweile sicher nicht mehr unerfahren, wenn es darum geht, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten einzuschätzen ... meistens liege ich richtig mit meinem Gefühl... und dennoch: Am liebsten hätte ich ich für Henri eine Art Leibarzt, der bei Fragen immer prompt zur Stelle ist ... für etwas Sicherheit (oder auch als eine Art Angsthemmer) ... wenn auch nicht so umfänglich wie sie bei dem bei Gynäkologen buchbaren pränatalen "Rundum-sorglos-Paket" versprochen wird - dieser Begriff lässt mich nicht mehr los... und wer meint, es handele sich dabei um eine Übertreibung, ein rethorisches Mittel, um naive Erwartungen an die Pränataldiagnostik zu kritisieren, der bemühe google.

 

Und morgen gibt's statt eines sorgenvollen Krankenberichts fröhliche Urlaubsfotos .... Ich versprech's. 

 

    

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