Nicht alles nach Plan....Operation ☑️ Heilen◽️ Hause ☑️ STRAND ☑️

Es begann schon am Tag unserer Abreise. Da die letzten Reisevorbereitungen unserer Erfahrung nach sowohl für Eltern als auch für Kinder eher anstrengend sind, waren Henri und Amelie bei einer Bekannten zu Besuch. Dort wurde Henri von der Katze völlig unvermittelt und ohne, dass etwas vorausgegangen wäre, (durch die Jeans!) so sehr gekratzt, dass er blutende Kratzer am Bein hatte ... armer Henri! Aufgrund der Herz-OPs besteht bei Verletzungen immer auch eine Endokarditis-Gefahr... wenn Bakterien in die Blutbahn gelangen, können sie im Herzen üble Schäden anrichten - der Alptraum jeder Herzchen-Mama :-( Da die Kratzer relativ frisch waren, glaubte ich beim Abholen zunächst, dass meine Desinfektionsmaßnahmen ausreichend waren. Erst als Henri am nächsten Tag zum ersten Mal die Badehose anzog, sah ich, dass nicht nur das von mir behandelte Schienbein, sondern auch die Wade voller tiefer blutiger Kratzer war - zusätzlich sorgten mehrere blaue Flecken (Blutergüsse!) um die Kratzer herum für einen bemitleidenswerten Anblick :(  Diese Stellen waren nun schon fast einen Tag alt und weil ich sie nicht behandelt hatte und sie am Rand auch leicht gerötet waren, rief ich in der Kinderkardiologie an... Ich hatte es mir schon gedacht... Henri sollte prophylaktisch ein Antibiotikum bekommen ... um kein Risiko einzugehen. Ärgerlich, weil es innerhalb von nur zwei Wochen schon das zweite ist, aber besser ein Antibiotikum als die katastrophalen Auswirkungen einer Endokarditis. Während ich noch mit dem Kinderkardiologen telefonierte, ging Henri gerade zum ersten Mal in den Pool vor unserem Bungalow... er sollte (laut Plan ;-) ja als sicherer Schwimmer vom Urlaub nach Hause fahren... Als ihn so vor mir sah,  fragte ich (nur zur Sicherheit...) gerade noch mal nach, ob er jetzt, wo die OP schon 11 Tage her ist, ganz normal ins Wasser dürfe. Dr. S. Antwort: Zwei Wochen solle er damit noch warten... er kann duschen, plantschen, die Naht darf ruhig auch auch nass werden ... aber nicht "einweichen". Für die, die Henri nicht so gut kennen: Das Wasser ist sein Element: Er liebt es so sehr, zu tauchen, zu schwimmen und vom Beckenrand ins Wasser zu springen ... und nun sind wir in Spanien am Strand (endlich angelangt am Ziel, auf das er seit vielen Wochen hingelebt hat) und er darf nicht schwimmen :-( Nun war es an mir, ihm diese Botschaft zu vermitteln... Henri war so enttäuscht und hat laut geweint! Heute ist Tag 4 und es tut mir in der Seele weh, das Kind am Beckenrand spielen zu sehen, während die Geschwister schwimmen, springen und tauchen ... mal sehen, wie die Naht in zwei Wochen aussieht ... noch habe ich Henri keine Hoffnung gemacht, dass er in der letzten Urlaubswoche vielleicht doch noch in dem Pool schwimmen darf...

Nun soll jedoch nicht der Eindruck entstehen, Henri sei die ganze Zeit unzufrieden ... wahrscheinlich denke ich sogar mehr an die Einschränkung als er... Im Pool spielt er mit seinen Fahrzeugen und oft auch Wasserball mit anderen Kindern und Erwachsenen, die er mit seinem Charme immer wieder zum Lachen bringt... Da es sich meist um Franzosen und Niederländer handelt, ist Henris Sprachentwicklung in diesem Falle kein besonderes  Hindernis ;-) Morgens steht er schon früh mit seiner Fahne am Beckenrand - gestern haben wir die deutsche (aus Berlin) durch die katalanische Fahne augetauscht. Dies war weniger sein Wunsch als der unserer großen Kinder, die fürchten, es könnte hier ein Bild von uns entstehen, in dem wir uns ganz und gar nicht wiederfinden. Wie schon bei unseren letzten Urlauben am Meer, liebt es Henri, am Strand an der Wasserkante zu stehen und das Spiel der Wellen zu beobachten ... selbst ohne Fahne könnte er es dort stundenlang aushalten. Manchmal fängt er laut an zu lachen, schlägt mit den Armen auf und ab und wenn es besonders schön ist, hüpft er auch in die Luft. Er scheint an der operierten Stelle keine Schmerzen zu haben und würde wohl gar nicht mehr daran denken, wenn ich ihn in seinen Aktivitäten nicht immer wieder mit einem "Vorsicht!" bremsen müsste. Abgesehen davon, dass er nicht baden und schwimmen darf, geht es Henri also gut. An Carpe diem muss ich IHN nicht erinnern.

 

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