Lemmi

Lemmi ist tot. Nicht einmal eine Woche ist es her, dass wir beim Tierarzt waren, weil er nicht mehr fressen und trinken wollte und sich kaum mehr bewegt hat. Wir haben uns alle Mühe gegeben und mussten doch zusehen, wie das Leben aus ihm gewichen ist. Die letzten Tage hatte er sich in einen Schrank zurückgezogen - so geschwächt, dass er sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Er litt an FIP, einer äußerst aggressiven Katzenkrankheit, die Therapien keine Chance lässt und deren Ausgang immer tödlich ist.  

Er wird uns allen so sehr fehlen ... Schon in der Frühe stand Lemmi vor der Tür des Kinderzimmers für das morgendliche Ritual bereit. Henri nahm ihn in die Arme, legte sich mit ihm auf den Boden streichelte ihn. Jeden Morgen ... ein Bild des Friedens, das mir zum Tagesbeginn immer nahe gegangen und nie zur Gewohnheit geworden ist.

Als wir Lemmi vor 2,5 Jahren als kleine, wild lebende Babykatze aus Frankreich mit zu uns nach Hause genommen haben, hatte Henri noch große Angst vor Tieren. Er hielt sich fern von Katzen und Hunden und hätte sich  nie getraut, sie zu berühren. Mit Lemmi wurde alles anders - innerhalb kurzer Zeit verlor Henri seine Scheu und plötzlich hatte er beim Spazierngehen auch keine Angst vor Hunden mehr.

Wir hatten heute im Laufe des Tages mit Henri gesprochen und es war mir so vorgekommen, als habe er ein Verständnis von dem Begriff Tod. Und dennoch fragte er heute Abend vor dem Schlafengehen nach Lemmi - er wollte wissen, ob er morgen wieder da sei. Und ob er eine Spritze bekommen könnte oder eine Infusion oder ob der Tatü-Tata-Krankenwagen komme ... Es war wohl das ernsthafteste und traurigste Gespräch, das wir je mit Henri hatten.  

 

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